Und der Herr sprach: „Es werde Licht!“ – Part II – Die „Coming Home / Leaving Home“ – Funktion

Servus,

nun ja, der letzte Post ist lange her, aber von der Muse ungek√ľsst und mit viel Arbeit im realen Leben ist das halt nicht so einfach, mal eben sich was ausdenken und in Schriftform darreichen.

Nun denn, auf Gesellen, frisch ans Werk, ich hatte eine „Erleuchtung“ ūüėČ
Irgendwie kann jedes noch so popelige Neuwagensurrogat (zumindest der Abgasreinigungszirkus scheint ja auf einem alten Stand stehen geblieben zu sein …) etwas, was meinem geliebten Cabrio √ľber den gesamten Bauzeitraum verwehrt blieb:
Die Coming Home / Leaving Home Funktion, also dass die äußere(!) Beleuchtung eingeschaltet wird, wenn man es mit der Fernbedienung aufschließt und nach dem Abschließen eine zeitlang eingeschaltet bleibt und dann erlischt.

Gut, OK, die Module zum Nachr√ľsten gibt es wie Sand am Meer, f√ľr gar nicht mal viel Geld. Aber

  1. werden die Module zwischen die Leitungen zur gew√ľnschten Beleuchtung dazwischen geklemmt,¬†was f√ľr die Spannung nicht zutr√§glich sein kann,
  2. dadurch, dass die dazwischengeklemmt werden, sind die f√ľr Fahrzeuge mit Autocheck nicht nutzbar,
  3. wei√ü man dann immer noch nicht, welche Anschl√ľsse man wie nutzen kann und
  4. wo bleibt denn da bitte der Spaß, wenn man alles fertig kauft?

STAGE 1:

Also hingesetzt, nachgedacht, die Schaltpläne studiert und losgelegt. Man benötigt dazu:
РLötkolben (geht nicht ohne leider)
– Arbeitsrelais (mit Halterung f√ľr den Zusatzrelaistr√§ger)
– zwei Sperrdioden
– am Besten Kabel in den passenden Farben, damit man das nachher noch nachvollziehen kann, was was ist.

Die Ansteuerung kommt von der Innenleuchte bzw. genaugenommen von der ZV. Zur Innenleuchte geht ein dreipoliges flaches Kabel, am 3fach Stecker ist das mittlere Kabel braun/blau.
12V holt man sich mit einem roten oder rot/schwarzen Kabel von der Klemme H30b Рdas ist ein Kontakt in dem kleinen schwarzen Stecker in der ZE und die Stelle war bei mir frei. Das ist praktischerweise ein paralleler Abgriff von Sicherung 4, also Radio, Innenbeleuchtung, etc.
F√ľr die Ansteuerung der Begrenzungsleuchten muss man die Stecker G (rot) & H (braun) aus der ZE ziehen:
Aus G holt man Kontakt „57R“ (gr√ľn/rot) und aus H den Kontakt „57L“ (gr√ľn/schwarz). Die Sperrdioden braucht man, damit, wenn man das Parklicht einschaltet, nicht immer die Begrenzungsleuchten auf¬†beiden Seiten einschalten, sondern fein wie in der STVZO vorgesehen nur links oder nur rechts.

Stage 1

Das isses in Stage 1 auch schon. Ich habe mir einen Mehrfachstecker zwischen das Relais und die Zuleitungen der Begrenzungsleuchten gebaut, weil ich noch weitere Ideen habe. Aber dazu gleich mehr ūüėČ

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

STAGE 2:

Weil mir manchmal Dinge keine Ruhe lassen, habe ich an „Stage 2“ weiter get√ľftelt:
Ich wollte a) die Nebelscheinwerfer mit einbinden und b) eine kleine Verzögerung einbauen, damit das Licht nicht sofort ausgeht.

a) Die Nebelscheinwerfer werden zwar durch Arbeitsrelais (auf Platz 1) angesteuert, aber nicht so, wie man glaubt:
Wenn das Licht eingeschaltet wird, schlie√üt das Relais und gibt den Strom zum Schalter in der Mittelkonsole frei. Der „Angriffspunkt“ ¬†– um die NSW quasi extern anzusteuern –¬†liegt hier praktischerweise in der Steckerstation neben dem Zusatzrelaistr√§ger. Gemeint ist der gelbe Stecker (im Schaltplan¬†T10a) und dort das wei√ü/gelbe Kabel. Das ist in der Zuf√ľhrung vom Schalter kommend¬†1,5mm¬≤ stark – da flie√üt auch nicht eben wenig Strom dr√ľber (rechnerisch gute 9 Ampere bei 12V). Aber da sowieso schon mit Stage 1 ein Arbeitsrelais verbaut ist, ist das kein Problem. Ggf reicht aber die Absicherung in Steckplatz 4 (15A) nicht aus – je nachdem, was man da noch so dran geh√§ngt hat. Das kommt vermutlich auf einen Versuch drauf an.

 

b) Die Zeitverz√∂gerung war¬†etwas schwieriger. Ich dachte zun√§chst an das Relais vom L√ľfternachlauf, aber ohne Regelkreis wie den Tenperatursensor schaltet das leider auch sofort wieder aus. F√ľndig wurde ich eher zuf√§llig beim „Wisch-Wasch-Intervall-Relais“. Klemme 15 legt man auf Dauerplus (30), 31 bleibt nat√ľrlich Masse. Als Ansteuerung nimmt man Klemme 53c – in meinem Konstrukt kommt da 12V+¬†von Klemme 87 vom ersten Relais.¬†Klemme 53c ist der Eingang f√ľr die Aktivierung der¬†Wisch-Wasch-Funktion, d.h. wenn man den Hebel f√ľr die Spritzd√ľsen gezogen wird, dann¬†l√§uft der Wischer einen Moment nach bzw. so lange, wie der Hebel gezogen ist.¬†F√§llt nun hier die Spannung ab, h√§lt das Relais noch 3-4 Sekunden und f√§llt dann auch ab – und fertig ist die Zeitverz√∂gerung. Ausgang ist hier Klemme 53e.

Stage 2 fertig

Daraus ergeben sich nun schon zwei Relais. Man kann aber das erste Arbeitsrelais leider nicht rausnehmen, weil das durch die ZV masseseitig angesteuert wird. Dann funktioniert aber das WIWA Relais nicht wie gew√ľnscht – hier muss die Plus-Leitung angesteuert werden.

Und da ich nicht wei√ü, wie belastbar das Relais ist, habe ich kurzerhand noch ein Arbeitsrelais mit eingebaut, was also nun vom WIWA Relais angesteuert wird. Zum Schluss habe ich noch alle Relais beschriftet, damit ich da irgendwann nochmal durchfinde. Die Kabelfarben sind aber nat√ľrlich grunds√§tzlich so zu w√§hlen, dass man die auf den ersten Blick sofort erkennt, also Braun f√ľr Masse, Rot f√ľr Dauerplus, etc.

Hier Videos von Stage 2:

Stage 2 seitlich betrachtet

Stage 2 von vorne

STAGE 3:

Jetzt ergibt sich aber das Problem, dass die Schaltung IMMER funktioniert, also auch in der prallsten Sonne, was aber √ľberhaupt keinen Sinn macht ūüėČ Also weiter nachgedacht, eine Schaltung bestellt und wieder den L√∂tkolben gespitzt.

Bausatz Dämmerungsschaltung
Bausatz fertig verdrahtet mit der Anschlussplatte des Relaisgehäuses

In dem Bausatz enthalten sind ein Fotowiderstand, Potis zur Einstellung der Helligkeit und Hysterese sowie ein √Ėffner/Schlie√üer-Relais. Aber, sowas will ja nicht nur aufgebaut, sondern vor allem auch EINgebaut sein – ich will keinen losen Drahtverhau unter der Lenks√§ulenverkleidung. Wie zuf√§llig passt die Platine aber in ein (mittlerweile vollkommen nutzloses) Motorsteuerungsrelais f√ľr eine K-Jetronic. Also jenes kurzerhand zerlegt und den Bausatz implementiert.

Der Lichtsensor wurde in die A-Säulenverkleidung fast unsichtbar integriert:

Lichtsensor integriert in der A-Säulenverkleidung

 

 

 

 

 

 

Jetzt galt es nur noch ein Problem zu lösen:
Die Innenraumleuchte ist Masse-gesteuert, das Zeitrelais muss aber Plus-gesteuert sein. Das D√§mmerungsrelais (DR) schaltet¬†den Kontakt so lange nicht, wie es zu hell ist, d. h. das Relais befindet sich die ganze Zeit √ľber in der „angezogenen“ Stellung. Wird es dunkel, f√§llt das Relais ab.

Wenn nun das DR aber nicht die ganze Zeit am Strom h√§ngen soll (tut ja nicht n√∂tig, auch wenn ich nicht¬†gemessen habe, wie viel Strom das zieht), dann ergibt sich daraus eine etwas vertrackte Situation. Klaut man n√§mlich dem DR Plus oder Minus, f√§llt das Relais ebenfalls ab – also schaltet somit die anderen Relais ein. Legt man die aber auf die geschaltete Masse, ist die Nachleuchtezeit futsch, weil die Relais ja dann auch nicht mehr funktionieren. Zwischenzeitlich habe ich herausgefunden, dass das WiWa-Relais 10A schalten kann. Ein Test hat gezeigt, dass es sich bei der ihm zugedachten Belastung tats√§chlich auch nur geringf√ľgig erw√§rmt – also konnte¬†das Arbeitsrelais, welches nur die Last geschaltet hat, aus dem Ensemble rausgeworfen werden. Ich habe mal als ElektroNoob einen Schaltplan skizziert, wie die einzelnen Bausteine nun geschaltet sind:

Schaltplan Stage 3

Das funktioniert wie folgt:

  • Das Arbeitsrelais schaltet zum DR Plus durch, sobald die Innenleuchte eingeschaltet wird.
  • Das DR schaltet bei passender Helligkeit Plus durch zum Zeitrelais
  • das Zeitrelais h√§lt noch ca. 4 Sekunden den Strom f√ľr die Beleuchtung aufrecht, nachdem eine der beiden Voraussetzungen entfallen ist („zu hell“ oder „Innenleuchte aus“)

Damit steht nun die Elektrik – ein paar Einstellungen f√ľr die Potis m√ľssen¬†in den kommenden Tagen respektive D√§mmerungen noch erfolgen, aber das war’s soweit. Links ist das WiWa-Relais, mittig das Arbeitsrelais und rechts, das gro√üe Dingens mit der VDO Beschriftung ist das Geh√§use f√ľr die D√§mmerungsschaltung. Sieht doch komplett original aus, oder?

Die fertige Steuerung f√ľr das Coming Home / Leaving Home Equipment

 

Aber da kommt noch mehr – schlie√ülich habe ich auch einen Beleuchtungsfetisch ūüėÄ