Und der Herr sprach: „Es werde Licht!“ – Part II – Die „Coming Home / Leaving Home“ – Funktion

Und der Herr sprach: "Es werde Licht!" - Part II -  Die "Coming Home / Leaving Home" - Funktion

Servus,

nun ja, der letzte Post ist lange her, aber von der Muse ungekĂŒsst und mit viel Arbeit im realen Leben ist das halt nicht so einfach, mal eben sich was ausdenken und in Schriftform darreichen.

Nun denn, auf Gesellen, frisch ans Werk, ich hatte eine „Erleuchtung“ 😉
Irgendwie kann jedes noch so popelige Neuwagensurrogat (zumindest der Abgasreinigungszirkus scheint ja auf einem alten Stand stehen geblieben zu sein …) etwas, was meinem geliebten Cabrio ĂŒber den gesamten Bauzeitraum verwehrt blieb:
Die Coming Home / Leaving Home Funktion, also dass die Ă€ußere(!) Beleuchtung eingeschaltet wird, wenn man es mit der Fernbedienung aufschließt und nach dem Abschließen eine zeitlang eingeschaltet bleibt und dann erlischt.

Gut, OK, die Module zum NachrĂŒsten gibt es wie Sand am Meer, fĂŒr gar nicht mal viel Geld. Aber

  1. werden die Module zwischen die Leitungen zur gewĂŒnschten Beleuchtung dazwischen geklemmt, was fĂŒr die Spannung nicht zutrĂ€glich sein kann,
  2. dadurch, dass die dazwischengeklemmt werden, sind die fĂŒr Fahrzeuge mit Autocheck nicht nutzbar,
  3. weiß man dann immer noch nicht, welche AnschlĂŒsse man wie nutzen kann und
  4. wo bleibt denn da bitte der Spaß, wenn man alles fertig kauft?

STAGE 1:

Also hingesetzt, nachgedacht, die SchaltplÀne studiert und losgelegt. Man benötigt dazu:
– Lötkolben (geht nicht ohne leider)
– Arbeitsrelais (mit Halterung fĂŒr den ZusatzrelaistrĂ€ger)
– zwei Sperrdioden
– am Besten Kabel in den passenden Farben, damit man das nachher noch nachvollziehen kann, was was ist.

Die Ansteuerung kommt von der Innenleuchte bzw. genaugenommen von der ZV. Zur Innenleuchte geht ein dreipoliges flaches Kabel, am 3fach Stecker ist das mittlere Kabel braun/blau.
12V holt man sich mit einem roten oder rot/schwarzen Kabel von der Klemme H30b – das ist ein Kontakt in dem kleinen schwarzen Stecker in der ZE und die Stelle war bei mir frei. Das ist praktischerweise ein paralleler Abgriff von Sicherung 4, also Radio, Innenbeleuchtung, etc.
FĂŒr die Ansteuerung der Begrenzungsleuchten muss man die Stecker G (rot) & H (braun) aus der ZE ziehen:
Aus G holt man Kontakt „57R“ (grĂŒn/rot) und aus H den Kontakt „57L“ (grĂŒn/schwarz). Die Sperrdioden braucht man, damit, wenn man das Parklicht einschaltet, nicht immer die Begrenzungsleuchten auf beiden Seiten einschalten, sondern fein wie in der STVZO vorgesehen nur links oder nur rechts.

Stage 1

Das isses in Stage 1 auch schon. Ich habe mir einen Mehrfachstecker zwischen das Relais und die Zuleitungen der Begrenzungsleuchten gebaut, weil ich noch weitere Ideen habe. Aber dazu gleich mehr 😉

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

STAGE 2:

Weil mir manchmal Dinge keine Ruhe lassen, habe ich an „Stage 2“ weiter getĂŒftelt:
Ich wollte a) die Nebelscheinwerfer mit einbinden und b) eine kleine Verzögerung einbauen, damit das Licht nicht sofort ausgeht.

a) Die Nebelscheinwerfer werden zwar durch Arbeitsrelais (auf Platz 1) angesteuert, aber nicht so, wie man glaubt:
Wenn das Licht eingeschaltet wird, schließt das Relais und gibt den Strom zum Schalter in der Mittelkonsole frei. Der „Angriffspunkt“  – um die NSW quasi extern anzusteuern – liegt hier praktischerweise in der Steckerstation neben dem ZusatzrelaistrĂ€ger. Gemeint ist der gelbe Stecker (im Schaltplan T10a) und dort das weiß/gelbe Kabel. Das ist in der ZufĂŒhrung vom Schalter kommend 1,5mmÂČ stark – da fließt auch nicht eben wenig Strom drĂŒber (rechnerisch gute 9 Ampere bei 12V). Aber da sowieso schon mit Stage 1 ein Arbeitsrelais verbaut ist, ist das kein Problem. Ggf reicht aber die Absicherung in Steckplatz 4 (15A) nicht aus – je nachdem, was man da noch so dran gehĂ€ngt hat. Das kommt vermutlich auf einen Versuch drauf an.

 

b) Die Zeitverzögerung war etwas schwieriger. Ich dachte zunĂ€chst an das Relais vom LĂŒfternachlauf, aber ohne Regelkreis wie den Tenperatursensor schaltet das leider auch sofort wieder aus. FĂŒndig wurde ich eher zufĂ€llig beim „Wisch-Wasch-Intervall-Relais“. Klemme 15 legt man auf Dauerplus (30), 31 bleibt natĂŒrlich Masse. Als Ansteuerung nimmt man Klemme 53c – in meinem Konstrukt kommt da 12V+ von Klemme 87 vom ersten Relais. Klemme 53c ist der Eingang fĂŒr die Aktivierung der Wisch-Wasch-Funktion, d.h. wenn man den Hebel fĂŒr die SpritzdĂŒsen gezogen wird, dann lĂ€uft der Wischer einen Moment nach bzw. so lange, wie der Hebel gezogen ist. FĂ€llt nun hier die Spannung ab, hĂ€lt das Relais noch 3-4 Sekunden und fĂ€llt dann auch ab – und fertig ist die Zeitverzögerung. Ausgang ist hier Klemme 53e.

Stage 2 fertig

Daraus ergeben sich nun schon zwei Relais. Man kann aber das erste Arbeitsrelais leider nicht rausnehmen, weil das durch die ZV masseseitig angesteuert wird. Dann funktioniert aber das WIWA Relais nicht wie gewĂŒnscht – hier muss die Plus-Leitung angesteuert werden.

Und da ich nicht weiß, wie belastbar das Relais ist, habe ich kurzerhand noch ein Arbeitsrelais mit eingebaut, was also nun vom WIWA Relais angesteuert wird. Zum Schluss habe ich noch alle Relais beschriftet, damit ich da irgendwann nochmal durchfinde. Die Kabelfarben sind aber natĂŒrlich grundsĂ€tzlich so zu wĂ€hlen, dass man die auf den ersten Blick sofort erkennt, also Braun fĂŒr Masse, Rot fĂŒr Dauerplus, etc.

Hier Videos von Stage 2:

Stage 2 seitlich betrachtet

Stage 2 von vorne

STAGE 3:

Jetzt ergibt sich aber das Problem, dass die Schaltung IMMER funktioniert, also auch in der prallsten Sonne, was aber ĂŒberhaupt keinen Sinn macht 😉 Also weiter nachgedacht, eine Schaltung bestellt und wieder den Lötkolben gespitzt.

Bausatz DĂ€mmerungsschaltung
Bausatz fertig verdrahtet mit der Anschlussplatte des RelaisgehÀuses

In dem Bausatz enthalten sind ein Fotowiderstand, Potis zur Einstellung der Helligkeit und Hysterese sowie ein Öffner/Schließer-Relais. Aber, sowas will ja nicht nur aufgebaut, sondern vor allem auch EINgebaut sein – ich will keinen losen Drahtverhau unter der LenksĂ€ulenverkleidung. Wie zufĂ€llig passt die Platine aber in ein (mittlerweile vollkommen nutzloses) Motorsteuerungsrelais fĂŒr eine K-Jetronic. Also jenes kurzerhand zerlegt und den Bausatz implementiert.

Der Lichtsensor wurde in die A-SĂ€ulenverkleidung fast unsichtbar integriert:

Lichtsensor integriert in der A-SĂ€ulenverkleidung

 

 

 

 

 

 

Jetzt galt es nur noch ein Problem zu lösen:
Die Innenraumleuchte ist Masse-gesteuert, das Zeitrelais muss aber Plus-gesteuert sein. Das DĂ€mmerungsrelais (DR) schaltet den Kontakt so lange nicht, wie es zu hell ist, d. h. das Relais befindet sich die ganze Zeit ĂŒber in der „angezogenen“ Stellung. Wird es dunkel, fĂ€llt das Relais ab.

Wenn nun das DR aber nicht die ganze Zeit am Strom hĂ€ngen soll (tut ja nicht nötig, auch wenn ich nicht gemessen habe, wie viel Strom das zieht), dann ergibt sich daraus eine etwas vertrackte Situation. Klaut man nĂ€mlich dem DR Plus oder Minus, fĂ€llt das Relais ebenfalls ab – also schaltet somit die anderen Relais ein. Legt man die aber auf die geschaltete Masse, ist die Nachleuchtezeit futsch, weil die Relais ja dann auch nicht mehr funktionieren. Zwischenzeitlich habe ich herausgefunden, dass das WiWa-Relais 10A schalten kann. Ein Test hat gezeigt, dass es sich bei der ihm zugedachten Belastung tatsĂ€chlich auch nur geringfĂŒgig erwĂ€rmt – also konnte das Arbeitsrelais, welches nur die Last geschaltet hat, aus dem Ensemble rausgeworfen werden. Ich habe mal als ElektroNoob einen Schaltplan skizziert, wie die einzelnen Bausteine nun geschaltet sind:

Schaltplan Stage 3

Das funktioniert wie folgt:

  • Das Arbeitsrelais schaltet zum DR Plus durch, sobald die Innenleuchte eingeschaltet wird.
  • Das DR schaltet bei passender Helligkeit Plus durch zum Zeitrelais
  • das Zeitrelais hĂ€lt noch ca. 4 Sekunden den Strom fĂŒr die Beleuchtung aufrecht, nachdem eine der beiden Voraussetzungen entfallen ist („zu hell“ oder „Innenleuchte aus“)

Damit steht nun die Elektrik – ein paar Einstellungen fĂŒr die Potis mĂŒssen in den kommenden Tagen respektive DĂ€mmerungen noch erfolgen, aber das war’s soweit. Links ist das WiWa-Relais, mittig das Arbeitsrelais und rechts, das große Dingens mit der VDO Beschriftung ist das GehĂ€use fĂŒr die DĂ€mmerungsschaltung. Sieht doch komplett original aus, oder?

Die fertige Steuerung fĂŒr das Coming Home / Leaving Home Equipment

 

Aber da kommt noch mehr – schließlich habe ich auch einen Beleuchtungsfetisch 😀

Es pfeift aus dem letzten Loch!

Dinge, die lange genug nerven, gehören dann auch irgendwann, wenn irgendwann mal Zeit ist und gerade nicht so viel zu tun ist und man nicht sowieso andere Baustellen hat bzw. einem tatsÀchlich die Ausreden vor dem eigenen inneren Schweinehund ausgegangen sind, dann tatsÀchlich mal repariert.

Dazu zĂ€hlen z.B. lĂ€stige Sachen wie die undichten Absperrklappen in den LĂŒftungsschĂ€chten. WĂ€hrend bei der Ziege diese Klappen nach nunmehr 33 Jahren immer noch vollkommen problemlos funktionieren, hat bei der Entwicklung zum B3 offensichtlich an vielen Stellen der Rotstift an- und der Verstand ausgesetzt. Anstelle weiterhin eine gummiartige Dichtung wie im B2 zu verwenden, kam man auf die glorreiche Idee, dass das anscheinend viel besser – oder vermutlich viel billiger mit Schaumstoff geht. Wie toll das unter der stĂ€ndigen Wechselbelastung von Sommer und Winter im Auto funktioniert, sieht man ja schon an den TĂŒrverkleidungen …

Aber, wie immer heißt es „Auf, Gesellen, frisch ans Werk!“. Hier die Ausgangssituation:

undicht Wie man sieht, pfeift es hier tatsĂ€chlich nicht nur aus dem letzten Loch, sondern eigentlich ĂŒberall her. Kein Wunder, wenn man sich die sogenannte „Dichtung“ mal nĂ€her anschaut, aber dazu gleich mehr.

 

 

 

 

dicht Und da wollen wir hin – aber wie?

 

 
klappe_und_dichtung ZunĂ€chst muss das alte, bröselige Zeugs erstmal raus. Zu meinem großen Erstaunen ließ sich der Schaumstoff aus einer Klappe in einem StĂŒck entfernen. Das war bei den beiden anderen nicht möglich – hier half ein Schraubendreher und zum reinigen Isopropylalkohol (oder auch als Isopropanol-Alkohol bekannt) , um auch wirklich den gesamten Dreck zu entfernen. Wo es mir aber schon gelungen ist, eine heile zu entfernen, kam mir die Idee, Maße zu nehmen und eine Schablone anzufertigen. Das pdf dazu findet ihr am Ende des Artikels – einfach ausdrucken und auf einen festen Karton kleben.

 

 

schablone_innen schablone_1 schablone_2

 

 
Als neues Dichtungsmaterial habe ich 3mm starkes selbstklebendes Moosgummi verwendet, das ein Kollege in der Werkstatt zum Abdichten von Aufbauten verwendet. Das lĂ€sst sich prima mit einer guten Schere bearbeiten. Dazu sei noch gesagt, dass es hier nicht auf einen Millimeter ankommt, da man das nach dem EinfĂŒgen in die Klappe noch in gewĂŒnschte Richtungen ziehen und drĂŒcken kann. Zwischen und Endergebnis sehen dann so aus

dichtung1klappe_mit_dichtung

 

 
Wenn man sich die Klappen seitlich anschaut, dann ist zu erkennen, dass die asymmetrisch gebaut sind, d.h. je eine Kante ĂŒberlappt die andere jeweils um ca. 1mm. Die Klebeseite muss nun zur höheren Kante zeigen, da das NICHT die eigentliche Dichtkante ist! Andersherum besteht die Gefahr, dass das Moosgummi am LĂŒftungskanal kleben bleibt und sich aus der Klappe wieder herauszieht.

Da die große Klappe eher einer Ellipse entspricht und beide Radien innen wie außen gleich sind, kann man die auch gut direkt anlegen und zum Anzeichnen nutzen. Sie ist aber natĂŒrlich der VollstĂ€ndigkeit halber in der Vorlage enthalten.

Gutes Gelingen – und möge die Geduld mit euch sein. Als nĂ€chstes nehme ich mir in der Heizung die Umlenkklappe vor. Leider habe ich nicht gewusst, dass es weitere hirntote Neuerungen gab, die die vollkommen verblödeten Ingenieure fĂŒr die so called „Weiterentwicklung der Heizung“ aus der Trickkiste gezogen haben. Als eine der ersten Taten hatte ich den WĂ€rmetauscher erneuert – da wĂ€re das gleich prima mit machbar gewesen. So muss ich mal meinen Freund den GynĂ€kologiker fragen, ob der mittels Endoskop die Dichtung auf der Klappe erneuern kann – aber dazu demnĂ€chst mehr.

Hier noch die Vorlage:
Dichtung LĂŒftungsklappen

Die Trompeten von Jericho – oder loud pipes save lifes

Servus,

vorab, lieber Leser, erinnern wir uns an den gruseligen Ausgangszustand – heckseitig betrachtet: OZ-hinten

Aber kommen wir zum zum eigentlichen Thema:
Wie wir alle wissen, ist ein klassischer 5 Zylinder akustisch von einem Renault Zoe kaum zu unterscheiden – so leise, sanft und gleichmĂ€ĂŸig ist die GerĂ€uschentwicklung. Diese Erfahrung musste ich schon bei meiner Ziege machen, aber findige Menschen haben fĂŒr dieses eklatante Problem Abhilfe in Form von aus Edelstahl gefertigten Ausatmungsorganen geschaffen. Deren Hersteller gibt es reichlich am Markt – wer mag, kann sich das Organ auch gleich passgenau und einzelangefertigt unter die Bodengruppe schrauben lassen. Da sich aber aus meinem schier unerschöpflichen monatlichen Budget auch meine Mitbewohner bedienen und ich es mir nicht leisten kann, billig zu kaufen, fiel die Entscheidung bei beiden Tieren fĂŒr eine Serien-Anfertigung aus dem Hause Bernhard Niedermayr.

WĂ€hrend bei der Ziege die Entscheidung nach zwei Jetex Anlagen mehr der Tatsache entsprang, endlich etwas nicht klapperndes unter dem GefĂ€hrt zu haben, war beim BĂ€r die Frage, ob man denn möglicherweise eventuell vielleicht eine neue Abgasanlage benötigen könnte, nicht notwendig. Ich denke, wenn man durch ein Endrohr durch den SchalldĂ€mpfer auf den Boden schauen kann, hat sich dessen Sinn entleert – und noch so einiges anderes …

supersport3

von außen sah das auch nicht besser aus – der Sichtwinkel anders, aber trotzdem eher … *wurgs*

supersport2supersport1

wuhu, ein Supersport-Endtopf …

 

 

 

 

Da ist man als umweltbewusster Fahrzeugnutzer doch schon aus GrĂŒnden der Sicherheit aller anderen Verkehrsteilnehmer gefordert, einzuschreiten und das rostige Teuges wegzumschmeißen.  Freundlicherweise gibt es im Cabrio-Forum einen Anbieter, der mir die Arbeit einer erneuten Sammelbestellung zwecks Erreichen eines akzeptablen Preises erspart hat – fĂŒr schlanke 750,- € bekommt man die gratis und franko nach Hause gesendet. Und nur wenige Zeit spĂ€ter sieht das Ganze dann wie folgt aus:

bnpipes1

 

Fazit: FußgĂ€nger sind fortan frĂŒhzeitig gewarnt, dass sich ein – nunmehr akustisch sehr gut als Vertreter der ungeraden Zunft zugehöriges erkennbar – GefĂ€hrt nĂ€hert – und ich habe endlich keine Untermieter mehr im Endtopf … loud pipes save lives!

 

Einmal mit alles und scharf

Mannmannmann, es gibt ja so Dinge, die mich ganz besonders nerven. Dazu zĂ€hlen insbesondere Reparaturen, die man nochmal machen darf, weil sich beim ersten Mal kein Erfolg eingestellt hat. Letzteres fĂŒhrt aber bekanntlich zu akuter Unlust und stetigem ichhabenochmehralsdiesebaustellealsomacheicherstwasanderes …

Aber, irgendwann muss man halt mal ran und dann heißt es eben „einmal mit alles und scharf“ …

Bei der ersten Reparatur habe ich versucht, die Platine soweit nach zu löten wie es eben geht, ohne dass man das eigentliche Instrument zerlegt. Warum? Weil ich bei meinem ersten Versuch, die Nadel von der Welle abzuziehen, gleich die gesamte Welle mit raus gezogen habe. Das geht hier irgendwie anders als bei meinem CoupĂ©, wo eine einfache Gabel extrem hilfreich war …

Aber was wĂ€re die Welt ohne hilfsbereite Menschen, die Anleitungen nicht nur schreiben, sondern gleich den Vorgang filmen – YouTube sei Dank fand ich dieses Video https://youtu.be/CbqhZDz82qU von Gustav Ludewig, der schön anschaulich den Trick zeigt, wie man die Nadel ohne Probleme abziehen kann.

Was folgt, ist einiges an zu lösenden Schrauben und dann bewaffne man sich mit einer Entlötpumpe, frischem Lötzinn und einem Lötkolben – hilfreich ist in jedem Fall eine „dritte Hand“ (gibt’s fĂŒr kleines beim ElektronikhĂ€ndler). platine

Ich habe dieses Mal bei jeder einzelnen Stelle erst das alte Lötzinn entfernt und dann frisch nachgelötet. Und wo ich schon dabei war, endlich auch mal die neue Birne in die Außentemperaturanzeige gebaut. Das war weitaus weniger kompliziert, als ich dachte – da sind tatsĂ€chlich nur 6 Schrauben nötig.ATA

 

Und wo sowieso schon mal alles einzeln vor einem liegt, kann man ja auch gleich die Tachoringe verbauen, die kĂŒrzlich fĂŒr ’nen schmalen Euro im Forum abgegeben wurden. FĂŒr die SchĂ€rfe des Durchblicks auf besagte Ringe bietet sich Kunststoffpolitur an, die schon bei der Heckscheibe gute Dienste verrichtet hat. scheibe

Zu guter alles wieder zusammensetzen, festschrauben und das vorlÀufige Endergebnis betrachten:ki-fertig

Da ist dann jetzt auch alles drin, was man damals in der Optionenliste hĂ€tte haben können: Neben den Standardinstrumenten der Bordcomputer, das Autochecksystem (bei dem auch noch das Display korrekt funktioniert!) und seit neulich auch eine Außentemperaturanzeige. Wenn dann jetzt noch der Tacho macht was er soll, wĂ€re es ja quasi nicht zum aus zum halten am dran am sein …

Und die erste Probefahrt zeigt:

ki-eingebaut

Ich kann tatsĂ€chlich sagen ichhabenochmehralsdiesebaustellealsomacheichJETZTENDLICHwasanderes 😉

 

 

 

 

 

Und der Herr sprach: „Es werde Licht!“

… und siehe, es ward Licht! Naja, nach einer kleinen Bastelstunde an meinem Lieblingstisch.

Die Ausgangssituation gestaltete sich wie folgt:
Zwei DE Scheinwerfer aus einem 99er Cabrio, leider verunfallt, fanden zusammen mit den Boleros den Weg zu mir. Bei beiden war das Streuglas zerbrochen, bei dem einen mehr, bei dem anderen zum GlĂŒck weniger:

DE Scheinwerfer

Da bei dem linken Scheinwerfer (also Fahrerseite – wir sprechen ja immer in Fahrtrichtung, gelle?) waren durch eingedrungenes Wasser sowohl GehĂ€use als auch Reflektoren verschmutzt, aber nur geringfĂŒgig angegriffen.

Fahrerseite

 

Bei der rechten Seite war die Streuscheibe nur unten gebrochen – dafĂŒr auf der gesamtem LĂ€nge:

Beifahrerseite

 

Nun – „Auf Gesellen, frisch ans Werk!“. Erstmal alles zerlegen und eine genauere Bestandsaufnahme machen. Das Ergebnis gleicht einer Explosionszeichnung – der Weg dahin ist dann auch nicht ganz so trivial, wie man glauben möchte, da die Einstellverschraubung der Reflektoren durch jahrendelanges Nichtbewegen schwergĂ€ngig ist.

Explosion

Wie so oft hilft der Zufall – von demjenigen, der sich ein zweites Loch in den Allerwertesten freut, weil er meine OZ bekommen hat, kam auf gleichem Wege ein Standardscheinwerfer zum ausschlachten zu mir. Das war auch gut so, denn wie so oft kommt unverhofft etwas, das man so gar nicht haben will: Verrottete Schrauben. Das alleine ist ja noch kein Problem, sofern man von SPAX oder standardmĂ€ĂŸigen metrischen Dingen spricht. Im Falle einer Audi Baugruppe ist das aber eher blöd, von wegen weil man solcherlei Dinge selbstverstĂ€ndlich nicht einzeln bekommt …

Oben sieht man die Wurzel des Übels, unten die Lösung fĂŒrSchraubendas Problem, sofern man einen zweiten Scheinwerfer hat 😉

Bei der Gelegenheit habe ich diese und die anderen Schrauben
gereinigt und gefettet – man weiß ja nie, wie lange das mal
halten soll …

 

 

Die Reflektoren sollte man bei der Reinigung ĂŒbrigens noch vorsichtiger behandeln als ein IgelmĂ€nnchen sein Igelweibchen in der Brunftzeit – scharfe Reiniger oder krĂ€ftiges Reiben sind der Beschichtung Tod! Geholfen hat ein langfaseriges Microfasertuch und schlicht und ergreifend Wasser – danach etwas pusten und das Wasser lediglich charmant abtupfen.

Aber einfach nur die Scheinwerfer reinigen, mit neuen Dichtungen und Streuscheiben zusammenzusetzen ist mir dann auch nicht so richtig genug. Ich habe schon öfters im Netz B3/B4 Audis gesehen, die geschwÀrzte Scheinwerfer haben. Also, da ich sowieso mehr Teile als zum Zusammenbau nötig habe, flugs mal der Dame des Hauses eine alte Strumpfhose geklaut, einen Rahmen lackiert, das mal kombiniert und angeschaut:

 

de8de5

 
Links also mit unlackiertem, rechts mit bis zum Standlicht lackiertem Rahmen. Und der geneigte Leser fragt sich gerade: Moment, was soll das mit der Strumpfhose?? Tja, nun, den Rahmen bekommt man tatsĂ€chlich einzeln bei Audi … den eigentlichen Reflektor aber natĂŒrlich nicht, das wĂ€re ja auch zu einfach. Also werde ich natĂŒrlich einen Teufel tun und den zu lackieren, ohne zu wissen, ob mir das gefĂ€llt. Daher habe ich eine schnelle, simple und vor allem eine vollstĂ€ndig reversible Lösung geschaffen. Und meines Wissens sind die StrĂŒmpfe schwer entflammbar, also baue ich das erstmal ein – schau mir an, wie das eingebaut aussieht und entscheide dann 😉

 

Brrrrrrrrrrrrrt – pling!

Servus,

nach monatelanger Abstinenz war ich dann heute mal wieder fleißig.

Mir ging das schon lange auf den Wecker, dass die Motorantenne (wobei mir einfĂ€llt, dass ich die Reparatur noch gar nicht gepostet habe, ts ts ts) – jedenfalls, dass die Motorantenne immer raus und rein fĂ€hrt, sobald man das Radio ein- bzw. ausschaltet. Zum Einen ist das nicht gut fĂŒr die recht empfindliche Mechanik, zum Anderen nervt das „Brrrrrrrrrrrrrt – pling!“

Im Forum fand ich eine Umsetzung mit dem „Funk“ Schalter – aber wer will schon, was alle haben? Ich fummle mir ja lieber was zurecht, aus Dingen, die ich sowieso schon rumliegen habe. Und der Schalter soll natĂŒrlich aber nicht schon in der Mittelkonsole enthalten sein. Meine Wahl fiel hier auf einen NSW Schalter, kombiniert mit der Kappe des ABS Tasters. Da die Kappe aber kein gelbes oder grĂŒnes Dreieck hat, habe ich das intern im Schalter gelöst:

Die Beleuchtung ist rot durch die LED, wenn der geschaltet wird, leuchten zwei gelbe LEDs auf. Diese habe ich mechanisch so geĂ€ndert, dass die ebenfalls das „Fenster“ beleuchten. Der Effekt kann sich aber – so meine ich – sehen lassen:

Radio (natĂŒrlich Alpine, was denn sonst?)

Radio-1Beleuchtete Schalter:

Radio-2

Und mit eingeschalteter Antenne:

 

Radio-3

Das praktische dabei ist: Weil er dem 93er Cabrio anscheinend fehlt, habe ich den S-Kontakt nachgerĂŒstet, d.h. mit Ziehen des SchlĂŒssels geht auch das Radio aus. Und damit in jedem Fall auch die Antenne 😉

!Breaking News!

China: Rice bag fallen over!

Öhm, ne, das war’s nicht. Boris tanzt Bolero? Hm, auch nicht. Der BĂ€r bekommt Boleros? RICHTIG! *freu*
Nach dem ich eigentlich schon mit der Suche abgeschlossen und italienische Schuhe erworben hatte (siehe https://blog.joraschky.de/?p=120), sind mir jetzt die ultra seltenen Bolero Felgen in 8×17″ ET 35 zugelaufen. Die sehen so aus:

Es gibt ja tatsĂ€chlich immer noch nette Menschen, die sich daran erinnern, wenn man vor UR-Zeiten mal gesagt hat, dass man das, was man da sieht, mal ganz gerne haben wollen wĂŒrde … oder so.

Jedenfalls fahre ich am Sonntag nach HaselĂŒnne und hole die RĂ€der und ggf. noch Kleingerumpel ab, was man noch so am Cabrio verbauen können mögen wĂŒrde. Dann gibt’s auch echte Bilders – mit auf dem Cabrio muss aber ja leider noch warten bis Anfang April, wenn die Saison wieder startet. Da hat’s die Ziege echt besser, die bekommt das ganze Jahr Auslauf … und kann ganz wie sich das fĂŒr so ein Tier gehört auch mal am Salz lecken … 😉

Brandheiß im Beverly

Da startet mein Tag heute mit der Nachricht, dass der Swinger Club Beverly in Solingen abgebrannt ist. Und die Nachbarn und Anwohner möchten bitte Fenster und TĂŒren geschlossen halten, wegen evtl. austretender giftiger DĂ€mpfe …

Uh-hu, gut, ich wusste immer, dass es in einem Swingerclub heiß her geht – das sieht man schließlich alle Tage wieder im Hartz IV TV. Muss man bei einem solchen Vorkommnis dann von spontaner menschlicher SelbstentzĂŒndung aufgrund hoher Reibungshitze ausgehen? Und was brennt denn da eigentlich so gut? Werden Andreaskreuze aus alten Bahnschwellen gefertigt und sondern deshalb im Brandfall giftige DĂ€mpfe ab? Oder liegt das an dem lederbezogenen Bock, auf den Latexbewehrte Damen festgeschnallt werden … und denen dann eingeheizt wird ? 😉 Da hat bestimmt so manche(r) mehrere „Eisen“ im „Feuer“ … ggg

Im Artikel liest man noch von zwei Verletzten, die die Behandlung verweigern. Denen wurde bestimmt der Boden unter den FĂŒĂŸen zu heiß … und deshalb waren die fĂŒr eine weitere ÜberprĂŒfung nicht so richtig Feuer und Flamme – wohl auch, weil sich deren IdentitĂ€t dann in der heutigen Zeit bestimmt wie ein Lauffeuer verbreitet hĂ€tte. Möglicherweise sind die auch gebrannte Kinder? Aber, ich will hier nicht noch unnötig Öl ins Feuer gießen, weitere Vermutungen abfeuern, eine hitzige Diskussion entfachen oder auch nur die GerĂŒchtekĂŒche schĂŒren …

Interessant ist in diesem Kontext letztlich nur noch die Frage: Welche Bedeutung der eigentlichen Übersetzung von „swing“ liegt dem gleichnamigen Club eigentlich zugrunde? Schaut man bei leo.org, dann finden sich Phrasen wie „Der Anschlag, der Hub, die Spitzenhöhe“ … lalalalala, Blumenwiese, Blumenwiese, Blumenwiese  … 😉

GNMPF!

Mann, das nervt vielleicht! Da habe ich extra auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Person die Kommentarfunktion freigeschaltet, und was kommt? Nur Dreck, SPAM, MĂŒll, Blödsinn undwasweißichnoch! Also, weg damit – nix mehr kommentieren fĂŒr andere.

„Das war allerhöchste Eisenbahn“ – ein Lustspiel in mehreren Akten

Servus,

im Artikel „Die Ausgangsbasis“ hatte ich erwĂ€hnt, dass das Fahrwerk schwammig ist. Naja, das war charmant untertrieben. Ein Freund von mir meinte neulich „Cool, das erinnert mich spontan an meinen Strich Acht von frĂŒher – hat was SĂ€nftenartiges“.

Halloooo? SĂ€nfte? Cabrio? Das geht ja mal gar nicht. Auch wenn ich kein SchlaglochsuchgerĂ€t brauche (was ĂŒbrigens gaaaaanz einfach mittels eines H&R CupKits herzustellen ist – das ist bretthart und macht waaaahnsinnig viel Sinn bei einem Auto ohne Dach, das sowieso schon Torsionsbewegungen in der LĂ€ngsachse macht …), aber ein bisschen sportlich darf’s bitte schon sein, schließlich hat Audi dem Cabrio seinerzeit ein um 20mm tiefergelegtes Sportfahrwerk verpasst und das sicherlich nicht ohne Grund.

Soweit, so tot – also das Fahrwerk im Ausgangszustand. Bei der Montage der RĂ€der hatte ich schon gesehen, dass das Federbein auf der Beifahrerseite komplett nass ist:

federbein  Das deutet darauf hin, dass ein StoßdĂ€mpfer die besten Tage hinter sich hat und sich  sehnlichst auf sein Altenteil im Kreise seiner verschrotteten BrĂŒder und Schwestern freut. Wenn ein StoßdĂ€mpfer schon so aussieht, dann ist natĂŒrlich die Frage, wie sieht dann erst der Rest aus, also Gummilager, Querlenkerbuchsen, Trangelenke, Koppelstangen, etc. pp.

Wie man erwarten durfte, natĂŒrlich nicht besonders gut. Ausgeschlagen, zerfleddert, gerissene Manschetten, verrostet,  vergammelt – kurz, alles, was einem so einfĂ€llt, was man am Liebsten NICHT an seinem Auto wiederfindet. Hier eine kleine Auswahl:

domlager-teil1 domlager-teil2 querlenker

 

 

 

 

Die Buchsen am Querlenker lassen sich alle vier von Hand in ALLE Richtungen bewegen, das Gummi selbst ist lose. Die Kolbenstange vom StoßdĂ€mpfer ist am Gewinde stark verrostet, so dass sich die darauf befindlichen Teile nur unter DurchfĂŒhrung von roher Gewalt (reine Androhung brachte gar nix!) befreien ließen – aber den Hingucker schlechthin finde ich das zweigeteilte Domlager, das anscheinend irgendwann einfach schizophren wurde und getrennte Wege ging. Das ist zumindest fĂŒr mich neu, dass sowas geht.

Zeit fĂŒr Tabularasa totalensis!

Erster Akt:

Alles raus, was MĂŒll ist und durch Neuteile ersetzt werden möchte. Dank der Tatsache, dass ich Leute kenne, die eine komplett ausgestattete Werkstatt ihr eigen nennen, alles in allem zwar zeitaufwĂ€ndig, aber kein wirkliches Problem. Dann sieht das nach ca. vier Stunden so aus:

nackigJa, OK, da fehlen noch die beiden Spurstangen und der Stabi sitzt auch noch drin – aber ich habe auch noch gesellschaftliche Verpflichtungen und durfte gestern Abend wieder Doppelkopf spielen. Absagen werden nicht tolertiert, es sei denn, man ist dahin geschieden – was ich aber noch nicht vor hatte.

Zweiter Akt:

Heute, Sonntag, habe ich dann die Bremsenteile entrostet, gereinigt und lackiert. Naja, lackieren ist ein zu großes Wort – sagen wir, ich habe alles mit meinem Lieblingslack von Hammerit angemalt. Es ist mir letztlich auch wurstegal, ob nun jemand meint, dass die Lackierung nicht sauber und gleichmĂ€ĂŸig genug ist – fĂŒr mich ist nur wichtig, dass man beim Betrachten der wunderschönen und wahnsinnig offenen Superleggera-Felgen nicht von rostigem Shice im Radhaus abgelenkt wird. Bei meinem CoupĂ© habe ich das genauso durchgefĂŒhrt und das hĂ€lt schon eine ganze Weile – sogar auf dem Motorblock 😉

bremse-lackiert

Und weil mich die Neugier nicht in Ruhe gelassen hat, wurden die beiden StoßdĂ€mpfer hinten auch schon durch die neuen ersetzt. Warum Neugier? Weil ich dem Cabrio Bilstein B6 StoßdĂ€mpfer spendiere und man an vielen Stellen im Audi Cabrio Forum lesen kann, dass die Kolbenstangen der HinterachsdĂ€mpfer dĂŒnner sind und dass das nicht passt und dass man das mit TĂŒddelband umwickeln muss und ĂŒberhaupt ist das eine ganz große Frechheit, dass Bilstein nicht das baut, was drin ist und jetzt bin ich beleidigt, so!

Ähhh, Moment – ich habe aber gar kein Problem gehabt beim Einbau?
RĂ€der runter, Verdeckkasten öffnen, alten DĂ€mpfer oben losschrauben (natĂŒrlich zunĂ€chst nur eine Seite, damit die Achse nicht auf den Boden fĂ€llt), unten die Verschraubung lösen, Federbein rausziehen, alles von der Kolbenstange abziehen und wie vorgesehen auf die neue stecken, Federbein einsetzen, Schraube unten durchstecken, die Achse mit einem Wagenheber anheben, das Gummilager mit Scheibe oben wieder draufstecken, Mutter drauf, festdrehen, fertig.
federbein-hinten
Und wo war jetzt das Problem? Das weiß ICH doch nicht! Bei mir lief das ja ausnahmsweise mal so wie vorgesehen. Und nein, die Bremsenteile an der Hinterachse habe ich noch NICHT angemalt 😉

Dritter Akt:

Heute (Montag) habe ich mal wieder etwas ĂŒber das Prinzip „Ursache und Wirkung“ gelernt. Sofern ich das noch nicht erwĂ€hnt hatte – nicht nur das Fahrwerk ist kompletter MĂŒll, auch die Bremsanlage ist eher von zumindest zweifelhafter Natur. Hier fand ich bei der Zerlegeaktion zu meiner positiven Überaschung vorne auf jeder Seite Girling G54 SĂ€ttel mit entsprechend großen Bremsscheiben. Da hatte ich eigentlich schon G60 DoppelkolbensĂ€ttel eingeplant, aber um diese Entdeckung bin ich natĂŒrlich nicht böse.

Interessanter war mein Fund an der Hinterachse. Hier verrichtet wie ĂŒblich ein Girling G38 Sattel an einer 245er Vollscheibe sein Werk – oder wie im Falle des Cabrios auch nicht. Also eigentlich eher ĂŒberhaupt nicht – zumindest auf der Fahrerseite. Die restlos verrostete Bremsscheibe ist mir beim Kauf schon aufgefallen, aber da denkt man an den standardmĂ€ĂŸig festgegammelten Handbremsumlenkhebel, der den Rest blockiert … aber hier? Weit gefehlt, der war gĂ€ngig. Wo lag also das Problem? Man kann das eigentlich schön an der Bremszange ablesen, was sich hier zugetragen hat:

bremszange

Nicht nur, dass ich die BremsbelĂ€ge mit einem Hammer aus der FĂŒhrung schlagen musste, um sie aus dem GefĂ€ngnis zu befreien – die normalerweise mit reichlichst Fett eingesetzten und daher mit FaltenbĂ€lgen versehenen Bolzen (die die sogenannte schwimmende Lagerung des Sattels ermöglichen ) sind so dermaßen festgerostet, dass die sich mittels Hammerschlag nicht einmal ein MĂŒ (”) bewegen!

„Na und?“ mag sich der geneigte Leser nun fragen, „Mach’s halt neu und gut ist“.
Jo, sehe ich genau so – aber ich möchte dem geneigten Leser folgende Frage stellen:

„WIE ZUM TEUFEL KONNTE DAS AUTO IM VERGANGENEN JULI TÜV BEKOMMEN?“

Es ist ja nicht nur eine nicht funktionierende Bremse, sondern auch die StoßdĂ€mpfer hinten sind extremst mĂŒde und verrichteten ihren Job nur noch extremst nachlĂ€ssig. Hinzu kommt noch, dass sich die Kolbenstange des vorderen rechten DĂ€mpfers ohne mein weiteres Zutun fast vollstĂ€ndig in ihr GehĂ€use zurĂŒck gezogen hat, sobald die Mutter auf der Kolbenstange gelöst und entfernt war!
Normalerweise schaden Beziehungen nur dem, der keine hat – aber in diesem Fall ist das schon fast kriminell …

Vierter Akt:

Die Vorbereitungen gingen heute am Donnerstag weiter und sind mittlerweile fast abgeschlossen. Weil ich nach Möglichkeit wirklich nirgends auf alte gammelige und rostige Teile schauen möchte, war heute nochmal ein Anstreichertag – dieses Mal fĂŒr die Federbeine, die hinteren Abdeckbleche an der Nabe, die Achswellen und ein bisschen Kleinkram.

federbein-hinten2

 

Die alten Spurstangen mussten auch noch raus und da die Gelegenheit gerade gĂŒnstig und der Faltenbalg des Lenkgetriebes gerissen war, habe ich den auch gleich mit ersetzt:

manschette

 

 

 

 

 

 

 

FĂŒnfter Akt:

„Soooo, Emma, Feierabend!“ könnte man jetzt sagen. 🙂 Nachdem ich heute weitere Stunden mit Zusammensetzen, Verschrauben, Ausrichten, MutternundSchraubenmitdemvorgeschriebenenDrehmomentfestziehen etc. pp. verbracht habe, kann ich voller Stolz sagen, dass alles wieder an Ort und Stelle ist:

Achse_F Achse_BF

 

 

 

 

 

 

 

Damit das nicht sofort wieder wie Hulle aussieht, habe ich alles nach dem Einbau mit Karosseriedingsbums-Wachs eingesprĂŒht. Mal schauen, was das so bringt.

Fahren kann ich leider noch nicht, weil das Bremsssystem noch entlĂŒften werden muss – da steht mir aber das EDS im Weg. In meiner Reparaturanleitung wird explizit erwĂ€hnt, dass Fahrzeuge MIT EDS bitteschön in eine Fachwerkstatt gebracht werden möchten denn da sitzt noch ein weitere EntlĂŒftungsventil vorne am ABS-Block und wir werden dir Doofmann garantiert nicht erklĂ€ren, wie das geht und was du machen musst, um das wieder zum Laufen zu bringen.
Naja, wenn man das im Buch liest, dann steht da schon was anderes, aber wenn man bei dem, was im Buch beschrieben ist, mal zwischen den Zeilen liest, dann klingt das tatsĂ€chlich in etwa so wie ich das beschrieben habe. Vielleicht fehlt etwas der beleidigte Unterton … 😉 Andererseits wollen wir auch nicht vergessen, dass der Beruf des Kfz-Mechanikers auch ein Lehrberuf ist, und das sicherlich nicht ohne Grund.

Egal, ich freu mich wie Bolle, dass die Woche endlich vorbei aber damit auch endlich das Fahrwerk etc. alles neu ist. Es fehlen zwar noch die Koppelstangen (waren nicht lieferbar) und die Gummilager vom Stabi (hatte mein Kollege leider auch noch nicht) sowie die Lager der Hinterachse und vom Panhardstab (wobei ich DA sowieso noch nicht weiß, wie ich DIE austauschen soll, aber da findet sich bestimmt auch noch eine Lösung. Koppelstangen und Stabi kann ich problemlos nachher machen – die sind fĂŒr die anstehende Vermessung des Fahrwerks nicht relevant.

Hauptsache, das Wetter bleibt einigermaßen brauchbar 😀