{"id":584,"date":"2020-03-08T11:42:39","date_gmt":"2020-03-08T09:42:39","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.joraschky.de\/?page_id=584"},"modified":"2020-03-12T22:50:19","modified_gmt":"2020-03-12T20:50:19","slug":"the-fog-die-op-an-sich","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blog.joraschky.de\/?page_id=584","title":{"rendered":"The Fog &#8211; die op an sich"},"content":{"rendered":"\n<p>Am 03.03.2020 durfte ich nochmal f\u00fcr die endg\u00fcltigen Voruntersuchungen vorstellig werden. Die Parameter f\u00fcr das sp\u00e4tere Sehen wurden festgelegt, nochmal alles gescheckt, nur nochmal gr\u00fcndlicher, so dass man zum Schluss Dinge sieht, die man nicht so recht glauben kann:<br>Die Topografie der Hornhaut dargestellt zu bekommen, kann ich noch nachvollziehen. Aber wie bitte misst man die R\u00fcckseite der Hornhaut und generiert aus von vorne gemessenen Daten eine Querschnittansicht meines Auges inklusive der Iris? Ich glaube, im Mittelalter w\u00e4re man daf\u00fcr verbrannt worden, das kann nur Teufelswerk sein \ud83d\ude09 <br>Nun denn, die Schlussbesprechung mit Frau Dr. Grigat war wie alles andere vorher auch sehr harmonisch, mir wurden letzte Fragen beantwortet und nochmal kurz der Eingriff bzw, dessen Ablauf an sich erl\u00e4utert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Zwei Tage sp\u00e4ter &#8211; am 05.3.2020  &#8211; wurde ich nach einer kurzen Voruntersuchung in das Behandlungszimmer geleitet. Was  folgte, war eine gut orchestrierte Abfolge von so offensichtlichen Standardabl\u00e4ufen, dass man alleine dadurch schon die Anspannung und Nervosit\u00e4t ablegt: <br>&#8211; H\u00e4nde waschen und desinfizieren, <br>&#8211; H\u00e4ubchen aufsetzen , <br>&#8211; Taschen entleeren, damit nichts nervt, wenn man still auf der Liege   liegen soll<br>&#8211; reingehen, hinlegen, Klappe halten <br>Nein, nat\u00fcrlich nicht! Die Damen sind wirklich alle sehr zuvorkommend und freundlich. Da man soeben zum letzte Mal die Alltagsbrille abgesetzt hat und man mehr oder weniger blind durch den Raum geht, wird man zur Liege gef\u00fchrt. Man bekommt noch f\u00fcr jede Hand einen kleinen Ball, den man dr\u00fccken kann, wenn man nicht wei\u00df, wohin man mit der Anspannung soll.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Dann kommt auch schon Dr. Taneri herein, den ich zu diesem Zeitpunkt zum ersten  Mal sehe. Er f\u00fchrt die OP durch und erkl\u00e4rt die einzelnen Schritte in einer sehr ruhigen, sachlichen Art und Weise, das sp\u00e4testens jetzt jegliche Restanspannung abf\u00e4llt.<br>Das linke Auge wird abgedeckt, das rechte Auge mit verschiedenen Hilfsmitteln abgeklebt, bet\u00e4ubt und dann mit einer Lidklemme offen gehalten. Das erzeugt einen leichten Druck, aber das war es auch schon. Es ist nat\u00fcrlich unangenehm, dass man nicht reflexartig das Lid schlie\u00dfen kann, aber mit geschlossenen Augen ist halt schlecht lasern &#8230;<br>Das Interface dockt am Auge an, saugt sich fest und man kommt sich ein wenig vor wie ein assimilierter Borg. Statt &#8222;Suction on&#8220; k\u00f6nnte die Maschine meines Erachtens viel besser &#8222;We are Borg &#8211; resistance is futile&#8220; sagen &#8211; auch wenn das nur die echten Trekker verstehen w\u00fcrden.<br>Ich hatte im Vorfeld gefragt, wie denn unterbunden w\u00fcrde, dass man aus Reflex woanders hinschaut. Die Erkl\u00e4rung ist dieses Interface, welches den Augapfel mit einem leichtem Vakuum fixiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Und dann kommt er, The Fog &#8211; der Nebel des Grauens.<br>Nein, Scherz beiseite, ganz so dramatisch ist das nicht, aber ein wenig Theatralik muss ja mal sein \ud83d\ude09<br>W\u00e4hrend Dr. Taneri noch Schritte erl\u00e4utert, nimmt der Laser seine Arbeit auf, arbeitet sich von au\u00dfen nach innen spiralf\u00f6mig vor und erzeugt eine Vielzahl von Luftbl\u00e4schen in einem unteren Level der Hornhaut. Zu sehen ist, wie das gr\u00fcne Licht, auf das man sich die ganze Zeit konzentriert hat, von au\u00dfen nach innen immer mehr in einem Nebel verschwindet. Dann geht das Ganze wieder r\u00fcckw\u00e4rts und der Nebel verdichtet sich weiter. Das geht so schnell, dass man kaum Zeit hat, dar\u00fcber nachzudenken. Dann kommt der unangenehmste Teil, wenn das durch den Laser erzeugte Lentikel durch den Mini-Schnitt per Pinzette rausgezogen wird. Aber unangehm ist auch hier absolut relativ zu bewerten:<br>Eine Zahnsteinbehandlung bei Zahnarzt ist definitiv schlimmer!<br>Das Auge wird nochmal gesp\u00fclt, antibiotisch behandelt und das war es auch schon. Alle Fixierungen werden entfernt und weiter geht&#8217;s mit dem linken Auge. Zum Schluss sitzt man da und bekommt einen ersten Eindruck, was man zuk\u00fcnftig erwarten darf und es gibt noch ein nettes Bild zusammen mit Dr. Taneri. Nach diesem Bild durfte mich mein Vater schon nach Hause fahren. Mit einem freundlichen &#8222;Na dann bis morgen&#8220; wurde ich entlassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die optischen Eindr\u00fccke waren seltsam. Nach dem der Laser zun\u00e4chst f\u00fcr das beschriebene Nebelfeld gesorgt hatte, war die Sicht nach der Entfernung der Lentikel mit einem deutlichen milchigen Schleier \u00fcberlagert. Alles wirkte sehr hell &#8211; zu hell, so dass ich auf der R\u00fcckfahrt ausnahmsweise nicht \u00fcber das h\u00e4ssliche Wetter mit grauen Wolken und Regen ver\u00e4rgert war. Ich konnte in der Entfernung schon alles sehen, aber alles noch wie durch eine dicke Klarsichtfolie &#8211; leicht verschwommen, aber vor allem recht kontrastarm.<br>Es liegt in der Natur der Dinge &#8211; das Lentikel hinterl\u00e4sst einen Hohlraum in der Hornhaut, der sich mit &#8222;Wundwasser&#8220; f\u00fcllt. Das wird nach und nach resorbiert und die \u00e4u\u00dfere Schicht der Hornhaut legt sich auf die innere, was eine Zeit lang zu gewissen Beeintr\u00e4chtigungen f\u00fchrt.<br><br>Meine Augen waren noch von der OP bet\u00e4ubt, so dass ich weiterhin keine Schmerzen hatte. Als die dann langsam nachlie\u00df, stellte sich ein leichter, aber gut ertr\u00e4glicher Schmerz ein &#8211; in etwa so, als sei man mit Kontaktlinsen eingeschlafen und nach ein paar Stunden wieder aufgewacht. Das Brennen in den Augen ist damit vergleichbar, als wenn die Linsen nach dem Aufwachen noch auf der Hornhaut kleben und das Auge zu wenig Sauerstoff bekommen hat.   <\/p>\n\n\n\n<p>Als folgsamer Patient &#8211; und weil man tats\u00e4chlich sowieso nicht vern\u00fcnftig sehen kann &#8211; habe ich mich den restlichen Tag auf mein Sofa verkr\u00fcmelt, nach Vorschrift die Augen getropft, ansonsten Musik geh\u00f6rt und ging irgendwann ins Bett. Aber schon in diesen paar Stunden war ein Abklingen des Schleiers zu merken. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 03.03.2020 durfte ich nochmal f\u00fcr die endg\u00fcltigen Voruntersuchungen vorstellig werden. Die Parameter f\u00fcr das sp\u00e4tere Sehen wurden festgelegt, nochmal alles gescheckt, nur nochmal gr\u00fcndlicher, so dass man zum Schluss Dinge sieht, die man nicht so recht glauben kann:Die Topografie der Hornhaut dargestellt zu bekommen, kann ich noch nachvollziehen. 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