{"id":582,"date":"2020-03-08T22:19:31","date_gmt":"2020-03-08T20:19:31","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.joraschky.de\/?page_id=582"},"modified":"2020-03-08T22:19:31","modified_gmt":"2020-03-08T20:19:31","slug":"the-day-after","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blog.joraschky.de\/?page_id=582","title":{"rendered":"The day after"},"content":{"rendered":"\n<p>Am 06.03.2020 bin ich morgens um 5:18 Uhr aufgewacht. <\/p>\n\n\n\n<p>Woher ich das wei\u00df? Weil ich zum ersten Mal die Anzeige des in etwa 2,5m Entfernung aufgestellten Radioweckers lesen konnte \ud83d\ude42<br>Die Kurzsichtigen unter uns wissen, dass das ansonsten nur der Fall ist, wenn man mit Kontaktlinsen eingeschlafen ist oder der Kopf auf dem Wecker liegt &#8211; oder umgekehrt. Es ist auf jeden Fall ein hochgradig ungewohnter Anblick &#8211; und egal, wo man hinschaut, alles ist scharf. Naja &#8211; irgendwie scharf, also schon so die Konturen, aber richtig scharf sehen ist aufgrund des milchigen Schleiers noch immer  schwierig. Wobei man sagen muss, dass sich \u00fcber Nacht schon einiges ge\u00e4ndert und verbessert hatte. Der Schleier war weniger vorhanden, die Aura um Lichtpunkte etwas kleiner  &#8211; kurz, die Sicht insgesamt war besser als am Vortag. <\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4ter am Morgen war ich in M\u00fcnster zur ersten Nachuntersuchung eingeladen. Irritierenderweise war das Wartezimmer komplett voll, was aber nicht nur mich, sondern auch alle anderen Wartenden verwunderte. Bislang waren immer nur zwei oder drei Personen anwesend &#8211; aber andererseits wird grunds\u00e4tzlich immer Donnerstags und nur Donnerstags operiert. Demnach m\u00fcssen nat\u00fcrlich jede Menge Patienten am Folgetag zur Nachuntersuchung anwesend sein.  Aber hier von betriebsamer Hektik zu sprechen w\u00e4re eine schamlose \u00dcbertreibung &#8211; auch jetzt war f\u00fcr jeden Patienten ausreichend Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Untersuchung &#8211; durchgef\u00fchrt von Dr. Taneri &#8211; stellte er zufrieden fest, dass alles wie geplant verlaufen ist und sich auch anscheinend meine Einkehr am Abend vorher durchaus positiv ausgewirkt hat. Die f\u00fcr mich erstaunlichste Erkenntnis war, dass der 2mm &#8222;Riss&#8220;, der durch den Laser f\u00fcr die Entnahme des Lentikels erzeugt wurde, schon geschlossen war. Von daher war auf diesem Weg die Infektionsgefahr schon gebannt. Eine sehr beruhigende Erkenntnis, ist schlie\u00dflich eine Infektion im Grunde genommen das gr\u00f6\u00dfte Risiko bei einer solchen OP.  Die Wahrscheinlichkeit, dass w\u00e4hrend der SMILE-OP etwas unvorhergesehenes passiert, ist zwar nicht auszuschlie\u00dfen, aber schon sehr, sehr gering. Im Vorfeld der ganzen Aktion habe ich mich nat\u00fcrlich mit vielen Menschen unterhalten, die in irgendeiner Weise Erfahrung mit Laser-OPs haben &#8211; unter anderem mit einer befreundeten Rechtsanw\u00e4ltin, die sich auf Medizinrecht spezialisiert hat und schon vieles leider erlebt hat  Auf meine Frage, wie viele F\u00e4lle sie denn schon wegen Augen-OPs hatte war die einfache Antwort: &#8222;Noch keinen. Die Augen-Jungs sind anscheinend so hochprofessionell unterwegs, dass da einfach nix passiert.&#8220; <\/p>\n\n\n\n<p>OK; wenn  man sich den Aufwand bei der Vorbereitung auf die OP anschaut, dann ist das letzten Endes \u00e4hnlich wie eine SPS-gesteuerte CNC Fr\u00e4se, die mit den im Vorfeld ermittelten Daten gef\u00fcttert wird und einfach ihren Job macht. Trotzdem m\u00f6chte man da nicht einen dressierten Affen sitzen haben, denn genauso wie einen CNC Fr\u00e4se einen ausgebildeten Maschinenbediener ben\u00f6tigt, begibt man sich hier in die H\u00e4nde eines studierten Arztes, der zum Einen die OP begleitet und zum Anderen in Ausnahmesituationen auch die entsprechenden Entscheidungen treffen muss, wie man dann die Situation retten kann, ohne den Patienten in Gefahr zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Denken wir mal pragmatisch:<br> Verliert man ein Bein oder einen Arm, ist das alles andere als lustig, aber dann kann man eine Prothese anbringen und zumindest eine Teilfunktion wieder herstellen. Wenn man ein Ohr verliert, dann kann man im schlimmsten Fall ein Cochlea Implantat einsetzen und dar\u00fcber einen Teil des H\u00f6rsinnes zur\u00fcck holen. Aber ein Auge? Wenn weg, dann weg &#8211; da gibt es keinen Plan B. Das ist \u00fcbrigens auch eine Supermotivation , um die vom Doktor verschriebenen Augentropfen peinlichst genau nach Zeitplan einzutr\u00e4ufeln \ud83d\ude09 <\/p>\n\n\n\n<p>Was mich zum gef\u00fchlten Zustand der Augen am Tag nach der OP bringt. Vorausgesagt wurde f\u00fcr den Zeitraum nach der OP Trockenheit , Brennen, Fremdk\u00f6rpergef\u00fchl und Lichtempfindlichkeit &#8211; das alles kann ich best\u00e4tigen. Aber am Tag danach war eigentlich nur noch die Trockenheit ein Thema, alles andere war schon Geschichte bzw. eine leichte Lichtempfindlichkeit am Morgen war noch da.  Aber nochmal kurz zum rekapitulieren: Die OP war irgendwann gegen 16:30 Uhr, die Nachuntersuchung am n\u00e4chsten Morgen um 9:15 Uhr &#8211; also nur rund 17 Stunden sp\u00e4ter. Und in dieser kurzen Zeit haben sich beide Augen schon so weit regeneriert, dass nur noch das \u00fcberbleibt? K\u00f6nnte schlimmer sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 06.03.2020 bin ich morgens um 5:18 Uhr aufgewacht. Woher ich das wei\u00df? 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